Werde reich oder sterbe bei dem Versuch‘

Werde reich oder sterbe bei dem Versuch‘

Inzwischen ist die Krönung von 50 Cent zum neuen König des Hardcore-Hip-Hop so gut wie sicher. Überprüfen Sie seine Zeugnisse: Jahre bevor ihn der 8-Meilen-Soundtrack der Welt vorstellte, etablierte sich 50 Cent als einer der besten MCs des Undergrounds und produzierte Dutzende von Bootlegs und Mixtapes voller urkomischer Disses und erstklassiger Freestyles. Er wurde von niemand anderem als Eminem als „der krankste Motherfucker der Welt“ angepriesen, der 50 Cent für angeblich 1 Million Dollar bei seinem Label unter Vertrag nahm. Seine Songs waren überall auf MTV und im Radio zu hören, und selbst gelegentliche Pop-Fans kennen den fesselndsten Teil seiner Biographie – nämlich, dass dieser ehemalige Gauner, Crack-Dealer und Insasse mehr Kugeln abbekommen hat, als die meisten Rapper mit Platin-Status Hits haben.

Wenn diese Kombination aus namhaften Unterstützern, unbestreitbaren Fähigkeiten, radiotauglichen Tracks und einer marktfähigen Schlägerpersönlichkeit Get Rich or Die Tryin‘ zu einem sicheren Hit macht, ist es auch eine großartige Platte. 50 und sein Kader von Produzenten wollten den Gangsta-Rap nicht neu erfinden, aber es gelang ihnen, sowohl seine Muskelkraft als auch seine unerschütterliche Coolness auszunutzen, ganz zu schweigen von seinen Klischees.

Dre, Eminem und eine Handvoll weniger bekannter Produzenten sind hier an der Spitze ihres Spiels und brauen diese abwechselnd clubtauglichen und abgelegenen Tracks aus dunklen Synth-Grooves, lebhaften Keyboards und einem anhaltend funky Bounce zusammen. Sowohl „Wanksta“, eine der letzten Produktionen von Jam Master Jay, als auch das von Dre produzierte „In Da Club“ haben bereits die Pop-Charts gesprengt, und es ist leicht zu verstehen, warum: Beide haben eine sparsame, aber unwiderstehliche Synthie-Hook, ergänzt durch eine Zunge -verdrehter Refrain; beide klingen hymnisch, obwohl sie ihre Botschaften nicht schreien. An anderer Stelle sind die Hooks ebenso glatt und kraftvoll: die halb gesungenen, halb geschrieenen Gesänge von „Life’s on the Line“, die glatten Steeldrums von „PIMP“.

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Bekifft durch diese einnehmende Klanglandschaft wandernd, Runden drehend, als würde er nur Frühstück kochen, schleppend und ballernd, ergänzt 50 die Produktion mit einem unerschütterlichen, entspannten Flow, dessen Grundtenor er in „Like My Style“ zusammenfasst: „ Ich bin New Yorker, aber ich klinge Südstaaten.“ Wenn Eminem mit zwei exzellenten Cameos auf „Patiently Waiting“ und „Don’t Push Me“ auftaucht, wünscht man sich irgendwie, 50 könnte so blechern und definitiv sein. Aber seine wahre Stärke liegt darin, Thugismus mühelos klingen zu lassen, und die meiste Zeit gleitet sein rhythmisches Geschwätz so leicht dahin, dass man sich fragt, ob er nur Freestyle ist.

Textlich ist nichts auf „Get Rich or Die Tryin’“ so schlau oder lustig wie „How to Rob“, ein Mixtape-Klassiker aus dem Jahr 1999, der erklärte, wie 50 plante, fast jeden großen Rapper am Leben zu erhalten. Stattdessen verkehren 50 meistens Reihe um Reihe ahnungsvoller Schlägersprache, wie auf „Heat“: „Ich tue, was ich tun muss / Es ist mir egal, ob ich erwischt werde / Der Staatsanwalt kann dieses verdammte Band vor Gericht abspielen / Schlampe, rutschst du aus? Ich werde dich töten.“ Diese Kaltblütigkeit geht Hand in Hand mit einem Gefühl von Gangsta-Gravitas, egal ob er seine Zuhörer bittet, für ihn zu beten („Don’t Push Me“) oder behauptet, er gehe durch die Hölle („Gotta Make It to Heaven“). Angesichts seiner Geschichte der Gewalt klingt das Gefühl des bevorstehenden Untergangs bei „Many Men (Wish Death)“ klarer als bei jedem anderen Rapper, außer vielleicht Biggie und Tupac. Ein Teil des Grundes, warum er so glaubwürdig, so wirklich real erscheint, ist, weil Sie tatsächlich glauben, dass das Leben der 50er in Gefahr sein könnte. Was also, wenn das Video zu „In Da Club“ – in dem Eminem und Dre als Puppenspieler in Laborkitteln 50 durch einen Einwegspiegel beobachten – suggeriert, dass die Produzenten der 50er Jahre seine realen Dramen klinisch ausnutzen? Get Rich or Die Tryin‘ ist so voller Leben, dass man hoffen kann, dass die einzigen Kugeln, die 50 von nun an abfeuern müssen, metaphorisch sind.

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